In einem Interview für die Homepage von Radio Berg wurden unserem Kandidaten Rüdiger Hagelstein einige Fragen gestellt, die Antworten können Sie hier nachlesen:

Welchen Lieblingsplatz haben Sie in Ihrer Kommune und warum verbringen Sie dort gerne Ihre (Frei-) Zeit?

Ich wohne in dem kleinen Nümbrechter Ort Krahm, an der Grenze zu Wiehl. Wenn ich hinter meinem Haus auf unserer Terrasse sitze, habe ich einen weiten Blick auf die wunderbare, unverbaute Landschaft des Oberbergischen. Bei gutem Wetter sind das Siebengebirge und manchmal sogar der Fernsehturm am Nürburgring zu erkennen. Dieser Weitblick bringt mich auf neue Gedanken, lässt mich querdenken und entspannen. Der Rotmilan kreist am Nachmittag oft nur wenige Meter über mir. Ein prachtvolles Tier, das mich sehr beeindruckt.

 

 

Wenn Sie gewählt werden, wo und was packen Sie zuerst an? 

Die Außenorte!! Ich bin zur Zeit mit einem Elektroauto, mit 0-Emmission, im gesamten Gemeindegebiet unterwegs. Bei den Besuchen von mittlerweile über 80 Ortsteilen habe ich die Vielfalt der Ortschaften, aber auch die schlechte Infrastruktur, den Zustand der Straßen, in und zwischen den Ortschaften selbst "erfahren". Die Mobilität ist ein wichtiges Thema in unserem großflächigen Gemeindegebiet. Aber auch die Wahrnehmung und die Berücksichtigung der Menschen in den Außenorten liegt mir sehr am Herzen. Hierzu stelle ich mir erst einmal eine Vernetzung von Ansprechpartnern  in den Ortsteilen vor. Ein zweiter Schritt wäre die Darstellung der jeweils schönsten Dinge in den Ortschaften und eine Prioritätenliste der Sorgen und Probleme.

 

 

 

Das Thema Flüchtlinge ist auch für die bergischen Kommunen eine große Herausforderung –
wie ist Ihre Haltung zu dieser Problematik?

Zuallererst muss den Menschen die traumatisiert, ohne Hab und Gut bei uns landen, geholfen werden. Neben Unterbringung und Versorgung brauchen diese Menschen aber zügig eine Perspektive für Wohnung, Beschäftigung, Schul- und Berufsausbildung. Außerdem gehören selbstverständlich Deutschkurse dazu, um die Sprachbarrieren zu beseitigen.
Wir beklagen in Oberberg die Abnahme der Bevölkerung und den Fachkräftemangel. Wenn es uns gelingt, die Flüchtlinge zu integrieren kann dies auch eine Chance für uns alle sein. Ich würde das als eine freundliche Willkommenskultur bezeichnen.
Gleichzeitig müssen aber die Bürgermeister in einer konzertierten Aktion immer mehr Druck auf die Landesregierung ausüben. Die Kommunen mit der Finanzierung der Flüchtlingsproblematik im Regen stehen zu lassen ist, angesichts der überwiegen leeren Kassen, verantwortungslos. Ebenso finde ich die Dauer für die Bearbeitung eines Asylantrags unzumutbar. Hier ist ein schneller Handlungsbedarf schon längst überfällig.

 

 

Der Rotstift muss auch in ihrer Kommune immer häufiger angesetzt werden angesichts ständig steigender Ausgaben. Welcher Bereich ist für Sie finanziell unantastbar und warum?

Die Investitionen in Soziales, Familien, Schulen, sowie die Förderung von Arbeitsplätzen sind unsere wichtigsten Aus- und Aufgaben in eine nachhaltige Zukunft. Hier zu sparen, ist für mich tabu. Einsparungen in diesen Bereichen wären äußerst kurzsichtig und würden die Finanzlage auf die Dauer  nur verschärfen.

Außerdem gehört für mich der treuhänderische Umgang mit der Gemeindekasse zur ersten Bürgermeisterpflicht. Ich würde keine finanziellen Experimente oder Spekulationen mit dem Geld der Bürger zulassen.

 

 

Die jungen Menschen zieht es vom Land weg in Großstädte und Ballungszentren. Wie können Sie diesen Trend abschwächen? 

Nümbrecht zu einer Gemeinde machen, in der es sich lohnt zu wohnen und zu arbeiten, in der es Spaß macht zu leben.
Jungen Familien brauchen ein gesundes System an Kindergärten, Schulen, Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. Ein interessantes und vielfältiges Angebot an Einkaufs- und Freizeitmöglichkeiten.
Bezahlbaren Wohnraum und bezahlbares Bauland anzubieten, ist ein weiteres wichtiges Thema um sich in Nümbrecht langfristig nieder zu lassen und zu bleiben.

Das intensive Vereinsleben und die große Zahl von ehrenamtlich tätigen Menschen in unserer Gemeinde ist ein hohes Gut, das es zu pflegen und zu fördern gilt.