Politik sei ein schmutziges Geschäft, hatte man mich im Vorfeld gewarnt, ich müsse auf so allerlei vorbereitet sein. Da ging ich auch von aus. Wie sich die Kandidaten so untereinander, gegenseitig auszustechen versuchen, ist ja planbar. Parteien, die ihnen dabei helfen gibt es auch genügend. Selbst wenn die lokalen Ortsverbände, politisch gesehen, Verrat an ihren Landes- und Bundesverbänden begehen, das kann ich gelassen beobachten. Es verschlägt mir allerdings den Atem und raubt mir den Glauben an eine objektive und allumfassend kritische Berichterstattung in den Medien, was ich heute mit einer großen regionalen Zeitung erlebt habe. Der Ansatz, des in Köln ansässigen Printmediums, war ja grundsätzlich zu befürworten. Man wollte den Lesern vor der Wahl die überregional antretenden Kandidaten, die sich um Ämter als Landräte, Oberbürgermeister oder Bürgermeister bewerben, noch einmal präsentieren. Optisch als Übersichtskarte mit den Städten und Gemeinden, den politischen Gewichtungen als Diagramm, aber auch sortiert nach Orten mit Foto. Scheinbar hat man dieser Aufgabe aber in die Hände einer redaktionellen Hilfskraft gegeben. Denn wie ist es sonst zu erklären, dass mehrere Kandidatinnen und Kandidaten einfach nicht abgedruckt wurden. Reichte der Platz nicht aus, war nicht genug Druckerschwärze in der Maschine, hatte die Mitarbeiterin keine Ahnung von dem was sie da tat oder ist das Ganze von einer politischen Partei gesteuert? Wenn sich eine Zeitung derart präsentiert, wie sieht es dann mit den restlichen Artikeln aus, sind die auch so ungenügend erstellt? Als Mitarbeiter eines bundesweit arbeitenden Rundfunksenders, ist mir wohl bekannt, dass jedes Medienunternehmen von politischen Farben geprägt ist.  Bisher ging ich aber davon aus, es herrsche eine ausgewogene und journalistisch fundierte Recherche bei der Arbeit in den Redaktionen. Macht sich eine solche Zeitung nicht zur Drückerkolonne für einzelne Kandidaten? Was kann man denn noch glauben, von dem was in dieser Zeitung abgedruckt wird?

Glücklicherweise haben wir selbst eine ordentliche Recherche durchgeführt und wissen zumindest, wo, wer, was, wie gestrichen hat und wir haben das in der Szene entsprechend kundgetan. Damit ein derartig schlechtes Handwerk nicht weiter betrieben wird. Auf die Reaktion der verantwortlichen Führungsspitze warten wir bisher noch.