In meinem Wahlkampfteam entstand die Idee: Den Bürgermeisterwahlkampf im gesamten Gemeindegebiet ohne Emissionen zu absolvieren. Elektromobilität in Nümbrecht, eine Herausforderung für Mensch und Maschine. Erstes Erlebnis, laden an der Ladesäule bei der GWN im Hauptort. Wo kommt wohl der Stecker rein? Eine Infotafel, aha, man braucht eine Karte dafür, bekommt man bei der GWN um die Ecke. Plötzlich Hektik bei den Mitarbeitern, so eine Karte hat wohl noch nie einer nachgefragt. Wurde die Elektrotankstelle nicht seinerzeit ganz groß eingeweiht? Im Internet ist nichts über Elektromobilität in Nümbrecht zu finden. Aber einige Stunden später habe ich dann endlich, gegen 10 Euro Pfand, die notwendige Karte.

Mittlerweile habe ich fast 1500 Km mit dem kleinen Renault Twizy zurückgelegt und dabei schon über 85 Außenorte besucht. Ich behaupte, es gibt kaum eine Straße die ich nicht kennen gelernt habe. So einem Fahrzeug vermittelt einem ein gutes Urteilsvermögen für den Untergrund. Ein Nebeneffekt, ich kenne jetzt alle Gerüche und Geräusche, die es in Nümbrecht zu erleben gibt.
Von den über 270 Km Straßennetz sind einige in gutem Zustand, aber der überwiegende Teil ist in einem Besorgnis erregenden Zustand oder gar katastrophal. Innerhalb der Ortschaften sieht es kaum besser aus. Warum sind diese Straßen eigentlich so vernachlässigt worden und wie sollen sie wieder instandgesetzt werden? Die Lösung kommt vom amtierenden Bürgermeister, wir machen einfach 110 Km zu Wirtschaftswegen. Den Traktoren machen die Schlaglöcher ja nichts aus. Und wie kommen dann zukünftig die Rettungsdienste schnell zu uns, wenn es nötig ist? Bei 72 Quadratkilometer Gemeindefläche, ist da nicht eine  gute Infrastruktur unglaublich wichtig für die Mobilität der Bürger und auch für unsere Gewerbebetriebe?
Aber jetzt fahre ich erst mal wieder an meine heimische Steckdose und lade mit reinem Naturstrom der GWN.